Filmprojekt


Stummfilmklassiker mit obligatem Klavier gibt es zuhauf - Versuche, den Filmen ein adäquates musikalisches Pendant zu schaffen, sind eher selten.


In Zusammenarbeit mit der Staatsgalerie Stuttgart entstand zunächst ein Programm mit Auftragskompositionen von Cornelius Schwehr, Caspar Johannes Walter, Cathy Milliken, Martin Smolka und Gunter Lege, welches im August 2004 im Rahmen der Stuttgarter „Kunstnacht“ uraufgeführt wurde. Im Laufe der Jahre kamen neue Werke von Olga Neuwirth, Bernd Thewes, Sven-Ingo Koch, Ludger Brümmer, Oliver Frick und ein Arrangement von Erik Saties "Entracte" von Andrew Digby hinzu.


Die Komponisten wollen den Film bewußt nicht begleiten, sondern zu den eindrucksvollen Filmvorlagen gleichwertige und ergänzende musikalische Gegengewichte schaffen, durch die Visuelles und Akustisches in Dialog oder gar Wettstreit treten können. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir üblicherweise Bild und Musik als Einheit wahrnehmen, wird irritiert, z.B. durch die zweimalige Aufführung desselben Filmes - „Vormittagsspuk“ von Hans Richter - mit zwei völlig unterschiedlichen Kompositionen.


Die Kurzfilme mit einer Dauer zwischen 3 und 17 Minuten stammen von Meistern des frühen experimentellen bzw. dadaistischen Films, Hans Richter, Oskar Fischinger, Viking Eggeling und Walter Ruttmann. Die Künstler waren ihr Leben lang darum bemüht, Musik und Rhythmus in Form von bewegten Bildern auf die Leinwand zu projizieren. Die Werke reichen vom kubistisch-abstrakten "Rhythmus 23" (Richter), bis zur heiter-verspielten "Studie Nr. 7" (Fischinger), gesetzt zum Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms.


Das bereits erweiterte Programm wurde im Januar 2006 für ZDF/ARTE im ZKM Karlsruhe produziert und mehrfach ausgestrahlt. Eine zweite Produktion für ARTE mit neuen Werken und eine Serie von Konzerten fand im November 2007 statt. Weitere Konzerte folgten beim Festival Ultraschall in Berlin, beim MDR-Musiksommer Leipzig und bei den Tagen für zeitgenössische Musik in Dresden-Hellerau.


Einen Schwerpunkt innerhalb des Programms bildet der legendäre Film „Entr'acte" von René Clair und Francis Picabia - zum einen mit der Originalmusik von Erik Satie (arrangiert für ascolta von Andrew Digby), zum anderen mit der Neukomposition von Martin Smolka (2008). Im Januar 2010 kam eine Neuvertonung von Iris ter Schiphorst des ebenso berühmten Stummfilmklassiker "Un Chien Andalou" von Luis Bunuel bei zwei Aufführungen im Berliner Konzerthaus und den Internationalen Filmtagen in Würzburg dazu. Bei der Biennale in Salzburg im März 2011 und den Kunstfestspielen in Hannover-Herrenhausen wurde der gesamte "Lichtspiel"-Zyklus von Walter Ruttmann gezeigt, zusammen mit neuen Kompositionen von Clemens Gadenstätter und Friedrich Schenker sowie Werken von Sven-Ingo Koch, Ludger Brümmer und Oliver Frick.


Am 8./9. Oktober 2011 führte asolta erstmals zeitgenössische Filme mit Neuer Musik im Rahmen des Festivalwochenendes "Sinfonie der Bilder" auf.


Mit folgenden Links kommen Sie zu den Videos unseres Filmprojekts:


Clemes Gadenstätter: Bildstudie


Iris ter Schiphorst: Un Chien Andalou


Georg Katzer: Ludus

Carola Bauckholt: Vormittagsspuk

Erik Satie: Entr'acte / Cinéma

Martin Smolka: Hats in the sky

Oliver Frick: Lichtspiel Opus I, Nr. 3 / Lichtspiel 3

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